Ursachen für Kopfschmerzen richtig erkennen

Diese 3 Kopfschmerzarten unterscheiden sich zum Teil kräftig - haben aber auch Ähnlichkeiten. Erfahre zudem was du tun kannst, um diese Kopfschmerzen loszuwerden bzw. vorzubeugen.

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Einführung

Fast jeder von uns hatte schon mal Kopfschmerzen und wir alle wissen, wie sehr sie uns ausbremsen können. Irgendwie nimmt man weniger am Leben teil, kann sich schlechter bewegen, weniger gut die schönen Dinge des Lebens genießen und sie führen dazu, dass wir schneller genervt und weniger leistungsfähig sind. Daher ist es kein Wunder, dass man sie so schnell wie möglich wieder loswerden möchte. Dafür müssen wir allerdings wissen, was die Ursache der Kopfschmerzen ist (Olesen & Lipton, 2004) und im Idealfall dafür sorgen, dass sie weniger häufig bzw. weniger stark auftreten.

Ursache für Kopfschmerzen erkennen

Die genaue Ursache für Kopfschmerzen herauszufinden ist elementar wichtig, um die richtigen Behandlungen und Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Jedoch ist die Ursachenfindung nicht immer ganz leicht, denn viele verschiedene Strukturen und Störungen können dafür verantwortlich sein (Jull & Niere, 2004). Außerdem mischen sich die verschiedenen Kopfschmerzarten auch oder bedingen sich gegenseitig (Jull, 2002). So kann z.B. ein ausgeprägter Spannungskopfschmerz eine Migräne auslösen. Diese Tatsache macht eine direkte Ursachenfindung zum Teil schwer (Kaniecki et al., 2006). Daher ist es wichtig die typischen Symptome der jeweiligen Kopfschmerzarten zu kennen, um so den möglichen Übeltäter enger einzugrenzen.

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den primären und den sekundären Kopfschmerzen, die wiederum in Unterkategorien eingeteilt werden (International Headache Society (IHS 2004). Bei den primären Kopfschmerzen liegt kein anderer auslösender Faktor vor – es gibt keine offensichtliche strukturelle Störung in Form von einer Gelenkproblematik o.ä. (IHS, 2018). Zu den 3 am häufigsten auftretenden Primären Kopfschmerzarten zählen Migräne, Spannungskopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen.

 

Im Gegensatz zu den primären Kopfschmerzen treten die sekundären Kopfschmerzen auf, weil eine strukturelle Störung bzw. eine Problematik vorliegt. Das kann z.B. nach einem Unfall der Fall sein oder wenn man sich nachts verlegt hat.

Die am häufigsten auftretende Kopfschmerzart im Bereich der sekundären Kopfschmerzen ist auf ein Trauma des Kopfes oder der Halswirbelsäule zurückzuführen (z.B. nach einem Autounfall). Eine weitere Kopfschmerzart, die auch direkt mit dem Nacken bzw. der Halswirbelsäule zusammenhängt, ist der sogenannte „Zervikogene Kopfschmerz“. Hier liegt eine Problematik im Bereich der oberen Halswirbelsäule vor – dazu später mehr.

Und da sekundäre Kopfschmerzarten auf eine strukturelle Problematik zurückzuführen sind, lassen sie sich durch Haltungsverbesserung & Beweglichkeitstraining und Manuelle Therapie positiv beeinflussen.

Migräne, Spannungskopfschmerzen und zervikogene Kopfschmerzen

Symptome Migräne

Migräne gehört zu den primären Kopfschmerzarten – es liegt also keine strukturelle Problematik vor. Zumindest keine, die auf den ersten Blick ersichtlich scheint. Es wird vermutet, dass … Man unterscheidet hier zwischen Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura (IHS, 2018). Unter Aura versteht man migräne-typische neurologische Störungen.

 

Symptome Migräne ohne Aura

Migräne treten in Episoden bzw. Attacken auf. Bei der Migräne ohne Aura dauern diese Attacken zwischen 4-72 Stunden und der Kopfschmerz ist meist einseitig. Interessanterweise sind Migräne-Anfälle bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren meist nicht einseitig, wie bei Erwachsenen, sondern beidseitig (IHS, 2018).

Die Schmerzen werden als pulsierend wahrgenommen und sind mittel-stark bis stark. Typisch ist, dass Migräne ohne Aura sich bei körperlicher Aktivität (z.B. Gehen oder Treppensteigen) verschlimmern. Es kann aber auch passieren, dass sie sich verschlimmern, eben weil die gewohnte Nachmittags-Spaziergeh-Runde nicht stattgefunden hat (Ausfall von Routinen). Die Migräne-Attacke geht mit Übelkeit und/oder Erbrechen und manchmal auch Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher (IHS, 2018).

 

Symptome Migräne mit Aura

Bei Migräne mit Aura kommen zu den eben genannten Beschwerden noch Aura-typische Symptome hinzu:

  • visuell (z.B. Doppelbilder, Verlust des räumlichen Sehens)
  • sensorisch (z.B. Kribbelempfindungen in dem Armen/Beinen oder Gesicht)
  • motorische Störungen (z.B. zeitweise Lähmungserscheinungen)
  • Hirnstamm-typische Symptome (z.B. Tinnitus, Schwindel, Ataxie)
  • Netzhaut betreffend (z.B. Flimmersehen)

Diese Symptome treten meist einzeln auf und können durch Kopfschmerzen begleitet werden. Wenn Kopfschmerzen auftreten, so treten sie häufig nach den Aura-Symptomen auf (IHS, 2018).

 

 

Symptome Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen treten sehr häufig auf. Rund 30-78% der Menschen werden diesen Kopfschmerz in seinem Leben zu spüren bekommen (IHS, 2018). Es ist noch nicht final geklärt, was genau den Schmerz auslöst. Es wird vermutet, dass …

Typisch für diese Kopfschmerzart ist eine hohe Druck-Schmerzempfindlichkeit im Schädelbereich. Im Gegensatz zu einer typischen Migräne sind Spannungskopfschmerzen meist beidseitig (also rechts und links). Der Schmerz wird als pressend oder drückend („wie ein zu enger Hut“) beschrieben. Die Schmerzen sind leicht bis mittelstark. Er verschlimmert sich nicht durch gewohnte körperliche Aktivität wie Gehen oder Treppensteigen. Typischerweise wird er nicht durch Erbrechen oder Übelkeit begleitet. Einige berichten aber, dass sie vorübergehend empfindlicher auf Licht oder Geräusche reagieren (IHS, 2018).

 

 

Symptome zervikogene (halswirbelsäulenbedingte) Kopfschmerzen

Zervikogene Kopfschmerzen gehören zu den sekundären Kopfschmerzen – es liegt also eine strukturelle Problematik vor. Das Wort Zervikogen setzt sich zusammen aus „Cervix“ = „Nacken“ und „gen“ = „hervorbringen“ und verrät gleichzeitig den Ursprung der Kopfschmerzen – der Nacken!  Und obwohl der Ursprung der Kopfschmerzen im Nacken ist, werden die Schmerzen im Hinterkopf, Stirn, Schläfe und Gesicht wahrgenommen. In einigen Fällen tut auch der Nacken weh, aber das ist kein Muss (IHS, 2018).

Aber warum ist das so? Grund hierfür ist ein Zusammentreffen von Nerven. Und zwar werden die Bereiche Stirn, Schläfe & Gesicht von einem Nerven mitversorgt, der im Gehirn mit Nerven aus der oberen Halswirbelsäule zusammentrifft (Bogduk & Govind, 2009). Und so führt eine Problematik in der Halswirbelsäule oder der umliegenden Weichteile – aufgrund von Unfall, schlechter Haltung oder Fehlbelastungen, zu Kopfschmerzen.

 

Bei dieser Kopfschmerzart stehen die Problematik in der Halswirbelsäule und das Auftreten der Kopfschmerzen in einem engen und zeitlichen Zusammenhang – wird der Auslöser im Nacken behoben bzw. behandelt, so werden auch die Kopfschmerzen besser. Typischerweise ist dieser Kopfschmerz einseitig und häufig ist die Beweglichkeit der Halswirbelsäule eingeschränkt, und zwar in die Richtung wo auch die Kopfschmerzen sind (IHS, 2018).

 

Weitere Auslöser

Wie oben beschrieben, gibt es je nach Kopfschmerzart verschiedene Auslöser. Dazu kommen noch viele weitere Einflussfaktoren, die den Beginn von Kopfschmerzen begünstigen. Bei der Migräne spielt z.B. die Ernährung eine unheimlich große Rolle. Bei Spannungskopfschmerzen & Migräne kann auch Stress ein häufiger Auslöser sein. Es wird daher empfohlen einen Arzt und/oder Therapeuten aufzusuchen und die typischen Beschwerden durchzusprechen. Auch das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann enorme Aufschlüsse über auslösende Faktoren bieten – nicht selten fallen uns Zusammenhänge nicht auf, wenn wir nicht explizit darauf achten. Unter diesem Link findest du ein mögliches Kopfschmerztagebuch verlinkt.

 

Was hilft gegen Kopfschmerzen?

Kommen wir zu dem für dich relevantesten Teil: zu der Behandlung bzw. zu der Prävention dieser Kopfschmerzarten.

Wie gesagt: Die Behandlung von Kopfschmerzen hängt sehr stark von der Diagnose bzw. den individuellen Ursachen ab. Allerdings haben Studien gezeigt, dass Patienten mit Migräne, Spannungskopfschmerzen und halswirbelsäulenbedingten Kopfschmerzen zum Teil sehr ähnliche körperliche Anzeichen haben:

 

  • Vorgestreckte Kopfhaltung
  • Eingeschränkte Beweglichkeit im Nackenbereich
  • Muskelverspannungen & Triggerpunkte im Schulter-Nacken-Bereich
  • Nackenschmerzen
  • z.T. Schwäche der tiefen Nackenmuskeln (Muskelgruppe in der Tiefe, die die Halswirbelsäule von vorne stabilisiert)
  • z.T. Kieferprobleme

Bei der Therapie und in der Prävention dieser Kopfschmerzarten kann es Sinn machen, sich genau diese körperlichen Anzeichen genauer anzusehen und ggf. Gegenmaßnahmen zu treffen:

  • Eigene Haltung verbessern – durch die richtige Kombination aus Dehnung, Mobilisation und Kräftigung (Page, 2011)
  • Eigene Beweglichkeit verbessern – durch gezielte Mobilisations- und Dehnungsübungen
  • Kräftigung der tiefen Nackenflexoren durch gezieltes Training
  • Kräftigung der aufrichtenden Muskulatur
  • Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz
  • Augen kontrollieren lassen – schlechte Sehkraft am Computer führt dazu, dass wir den Kopf weiter nach vorne schieben
  • Auf typische Stressreaktionen achten und Stressprävention betreiben
  • Ernährung überdenken (insbesondere bei der Migräne)
  • Manuelle Therapie durch geschulten Physiotherapeuten

 

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